Prisca Bünter: Du bist jetzt schon seit 19 Jahren als Kantonsrat in der Politik dabei. Was motiviert dich, weiterzumachen?
Andreas Marty: Es gibt noch viel zu wenig Politiker, die sich für die Rechte benachteiligter Menschen und für die Umwelt einsetzen. Darum will und kann ich nicht schweigen.

Als Maurer kennst du die Anliegen der Handwerker aus eigener Erfahrung.
Ja, bei meiner Arbeit muss ich anpacken und ich bin es gewohnt, schmutzige Hände zu bekommen. Umso mehr ärgert es mich, wenn ich sehe, dass man mit Kapital – durch Aktiengewinne oder Immobilien zum Beispiel – viel einfacher Geld verdienen kann, als wir mit harter körperlicher Arbeit. Skandalös ist, dass solche Kapitalgewinne kaum besteuert werden.

Neben der SP Kanton Schwyz präsidierst du auch den Mieterinnen- und Mieterverband Kanton Schwyz. Geht das gut zusammen?
Ja, problemlos. Aber da ich beide Ämter ehrenamtlich ausführe und viel Zeit dafür aufwende, braucht es schon sehr viel Idealismus. Aber ich erlebe immer wieder wie wichtig diese Arbeit ist. Viele Mieterinnen und Mieter sind sich über den Einfluss der Politik auf die Höhe ihrer Mietkosten gar nicht bewusst. Da die Immobilienlobby im Parlament mächtige Vertreter hat, ist es dringend nötig, dass auch die Mieter-Anliegen in Bern gut vertreten sind. Heute ist das ganz klar zu wenig der Fall.

Faire Löhne und Mieteranliegen – was beschäftigt dich sonst noch?
Sehr wichtig ist mir auch der Erhalt unserer Natur. Auf einem Bauernhof in Arth aufgewachsen spürte ich schon früh unsere Abhängigkeit von einer intakten Umwelt. Ich setze mich ein für mehr einheimische, erneuerbare Energie und eine Lenkungsabgabe auf Öl und Gas. Ich will einen besseren Schutz unseres Kulturlandes und wehre mich gegen den unnötigen Bau des milliardenteuren Tunnels am Axen, der uns nur mehr Transitverkehr bringen wird. Im Kanton Schwyz ist die SP die einzige Partei, die konsequent für Umweltanliegen stimmt.

«Ich will eine Stimme für die Mieterinnen und Mieter sein»

Apropos Arth: Warum steht bei deinem Namen immer «Arth / Einsiedeln»?
Darauf werde ich häufig angesprochen. In Arth bin ich aufgewachsen und dort als Kantonsrat gewählt worden. Nachdem ich 2010 zu meiner Partnerin nach Einsiedeln umgezogen bin, wollte ich im Kantonsrat weiterhin meine Heimatgemeinde Arth vertreten. So bin ich Kantonsrat von Arth, aber wohnhaft in Einsiedeln.

Und jetzt willst du für den Kanton Schwyz in den Nationalrat. Warum?
Keine andere Partei neben der SP vertritt so konsequent die Anliegen der Arbeiterinnen und Arbeiter, der Familien, der Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen, der Mieterinnen und Mieter und auch die Anliegen der Umwelt. Diese Stimme aus dem Kanton Schwyz fehlt heute in Bern. Stattdessen sind vier von sechs Schwyzer Sitzen von der SVP besetzt. Während diese Partei übervertreten ist, haben fortschrittlich, sozial und ökologisch denkende Schwyzerinnen und Schwyzer heute gar keine Stimme in Bern. Das will ich ändern.

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